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Historie der Gesellschaft

Eines der ältesten Unternehmen mit ununterbrochener Produktion in der Welt

dukaty.pngDie Münzanstalt in Kremnica ist eines der ältesten Unternehmen in der Welt, in dem ohne Unterbrechung produziert wird. Geschichte begann sie am 17. November 1328 zu schreiben, als der ungarische König Karl Robert aus dem Hause Anjou die Ortschaft Kremnica, die in der Nähe der reichen Goldlagerstätten entstanden war, in den Stand einer freien Königsstadt hob und ihr zugleich das Privileg einräumte, eine Münzprägestätte betreiben zu dürfen. Die Münzen, die man hier aus Gold mit einer Reinheit von 23 Karat und 9 Grän zu prägen begann, entstanden nach dem Vorbild der Münzen aus Florenz und wurden deshalb anfänglich "Florene" genannt. Da die lateinische Aufschrift auf einer ähnlich gearteten Goldmünze der Stadt Venedig mit den Worten "ista ducatus" endete, fing man an, diese Art von Münzen "Dukaten" zu nennen, und unter dieser Bezeichnung gingen sie in die Geschichte ein.

Sämtliche Kremnicer Dukaten zeichneten sich durch einen hohen und stabilen Feingehalt des Goldes aus, weshalb sie im Mittelalter als härteste Währung im mitteleuropäischen Raum erachtet wurden. Nach den erhalten gebliebenen Aufzeichnungen wurden in Kremnica im Verlaufe der gesamten Geschichte 21,5 Millionen Stück geprägt. Ihr Gesamtwert würde sich bei den heutigen Goldpreisen auf eine Milliarde Dollar belaufen (ohne Berücksichtigung des historischen Wertes).

Taler und Medaillen

toliare.pngDie Kremnicer Meister bedienten sich außergewöhnlicher Technologien bei der Goldraffinierung, die es ihnen ermöglichten, eine für die damalige Zeit beispiellose Jahresproduktion im Umfang von 250 tausend Dukaten zu erzielen. Diese mengenmäßigen Größenordnungen wurden bis zum Ende des 15. Jahrhunderts geprägt, danach wurden die Golddukaten nach und nach durch Münzen aus weniger edlen Metallen verdrängt. Die letzten als staatliches Zahlungsmittel dienenden Dukaten entstanden im Jahre 1881. Die Münzanstalt in Kremnica begann im Jahre 1499 als eines der ersten Münzhäuser mit der Prägung von Silbertalern. In engem Zusammenhang mit der Münzherstellung steht aus technologischer, aber auch logischer Sicht das Prägen von Medaillen, die ebenfalls für den Ruhm der Kremnicer Münzanstalt sorgten und mit deren Prägung Ende des 15. Jahrhunderts begonnen wurde. Bei einer Medaille handelt es sich um keine Geldeinheit, sondern um ein Kunstobjekt mit äußerst konzentrierter Wiedergabe eines konkreten gesellschaftlichen Ereignisses. Dem Autor steht zur Darstellung der sehr beschränkte Raum des Medaillenfeldes zur Verfügung. Die Abmessungen der Medaillen sind gewöhnlich größer als die der Münzen und auch die Reliefhöhe ist um vieles freier als bei Münzen.

Medaillen dienen unter anderem als Träger von Informationen mit praktisch unbegrenzter Dauer, weshalb die hundertprozentige Beherrschung der auf ihnen dargestellten Realien sowie äußerste Präzision bei der Anfertigung von vorrangiger Bedeutung sind. Hier gilt in vollem Maße der Ausspruch des französischen Münzfachkundlers Jean Babelon, der im 19. Jahrhundert gelebt hat: "Seien wir uns bewusst, dass die Medaille bis in alle Ewigkeit Zeugnis von uns ablegt".

Medaille zur Krönung von Ladislaus II.

ladislav.pngDie überhaupt erste bekannte Medaille, die aus Kremnica stammt, ist die Medaille zur Krönung von Ladislaus II. als Kind aus dem Jahre 1508. Die erste Periode der Kremnicer Medailleurkunst ist mit den Namen von Meistern wie Krištof Fussl, LukᚠRichter, Abrahám Eisker sowie weiteren verbunden, die Medaillen im Renaissancestil schufen, welche unter den Medaillensammlern zu den wertvollsten Kostbarkeiten gehören. Zum Ausklang dieses Zeitabschnitts taten sich im 17. Jahrhundert der Vater und die beiden Söhne der Familie Roth aus Rothenfels hervor, die durch ihre Medaillen des hlg. Georg, welche seinerzeit als Schutztalisman im berittenen Heer dienten, von sich Reden machten.

Münzanstalt im 15. Jahrhudert

In der Mitte des 15. Jahrhunderts wurde die Münzanstalt in das Innere des Stadtmauernrings verlegt und von da an bildete sie einen eigenständigen geschützten Gebäudekomplex. Die Bauten beider Münzprägestätten sind an den Stellen, an denen sie errichtet wurden, bis heute erhalten. Die historischen Gebäude, die an die Stadtmauern in deren nordwestlichen Teil grenzen, wurden in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts fertig gebaut und als modernes Münzhaus eingerichtet. Im Jahre 1892, als in Österreich-Ungarn die Krone als Währung eingeführt wurde, vermochte die Kremnicer Münzanstalt ohne weiteres den immensen Produktionsanstieg dieses neuen Münzumlaufmittels zu bewältigen. mincovna.png Ungarn verfügte im Mittelalter über mehrere Münzanstalten, beispielsweise in Bratislava, in dem im heutigen Ungarn gelegenen Ort Nagy Banyi bzw. im rumänischen Alba Iulia. Das Münzhaus in Kremnica übertraf jedoch alle anderen sowohl hinsichtlich der technischen Verarbeitung als auch in Bezug auf den Produktionsumfang. Die perspektivlosen Münzprägestätten wurden vom Staat schrittweise geschlossen, so dass Kremnica zum Ausklang des 19. Jahrhunderts die einzige Münzanstalt in ganz Ungarn war. Die Etappe ihrer umfangreichsten Produktion erlebte die Münzanstalt während der Herrschaft von Kaiserin Maria Theresia. In dieser Zeit wurde in Kremnica eine größere Menge an Münzen geprägt als in allen anderen Münzhäusern der Monarchie zusammen genommen. Das Unternehmen war in Anbetracht des Charakters der Produktion zugleich auch Zentrum der Anwendung von Spitzentechnologien und Maschinenkonstruktionen. Als erste bekannte Prägemaschine wurde im Jahre 1565 das so genannte Fallwerk in Betrieb genommen, das in gewisser Weise an einen Rammbock erinnert, wie er auch heute noch im Bauwesen beim Eintreiben von Pfählen zum Einsatz kommt.

Spindelprägemaschine - Balancier

Die Epoche des größten Ruhmes der Kremnicer Münzanstalt wurde von der Anwendung der Spindelprägemaschine, des so genannten Balanciers, begleitet. balancier.png Diese Anlage wurde im Jahre 1710 von Daniel Warou, einem bekannten Techniker, Bildstecher und Medailleur schwedischen Ursprungs, in Kremnica eingeführt. Auf dieser Maschine war es möglich, Münzen auf moderne Art und Weise zu prägen, und dieser Methode bedient man sich bis heute. Kremnica war somit der erste Ort in Mitteleuropa, an dem der Balancier zur Prägung von Münzen eingesetzt wurde.
Nach dem Kremnicer Vorbild begann man besagte Technik auch in den Münzprägestätten in Wien und in Prag zu benutzen. Von der Menge an geprägten Münzen in Kremnica legt auch die Anzahl der eingesetzten Balanciers beredtes Zeugnis ab. Während im Wiener Münzhaus 4 und im Prager 3 Spindelprägemaschinen arbeiteten, waren es in Kremnica insgesamt 18 an der Zahl. Diese Maschinen vermochte die Münzanstalt selbst zu konstruieren und herzustellen und nach Bedarf lieferte sie sie auch an andere Münzhäuser der Monarchie.

Nach dem Jahre 1918 und während des gesamten Bestehens des gemeinsamen Staates von Tschechen und Slowaken war Kremnica die einzige tschechoslowakische Münzprägestätte. Die Münzanstalt war auch von den Ereignissen beider Weltkriege unmittelbar betroffen. Nach dem ersten Weltkrieg verblieben von ihr lediglich leere Gebäude. Die gesamte Ausrüstung sowie die Edelmetallvorräte landeten letztendlich in Budapest. Zum Ende des zweiten Weltkrieges zerstörte ein deutsches Kommando unter Zuhilfenahme von Sprengstoff die Ausrüstungsgegenstände der gesamten Prägestätte. In beiden Fällen gelang es dem Unternehmen, dank Anspannung aller Kräfte seitens der Mitarbeiter die entstandenen Probleme in sehr kurzer Zeit zu überwinden. Das Inverkehrbringen der neuen Währung war für den Staat von lebenswichtiger Bedeutung.

Neuzeitliche Geschichte der Münzanstalt

Später, im Jahre 1986, wurde ein neues Werk außerhalb der Stadt fertig gestellt, wohin sich die gesamte Münzenfertigung verlagerte, um die friedliche Atmosphäre des historischen Zentrums nicht mehr weiter zu stören. Die Medaillenherstellung verblieb im ursprünglichen Gebäude. Bis zum Beginn der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts befand sich hier die einzige Prägestätte für Münzenumlaufmittel in der seinerzeitigen Tschechoslowakei. Seit dem ersten Januar 1993 nimmt die Münzanstalt ihre Aufgabe im Dienste unserer jungen Slowakischen Republik wahr. Der 23. Januar 1993 war der Tag, an dem mit der Produktion der neuen slowakischen Münzen begonnen wurde. Die Inbetriebnahme der ersten Prägemaschine erfolgte in der feierlich ausgeschmückten Prägestätte in Anwesenheit des Parlamentsvorsitzenden sowie unter Teilnahme von Vertretern der Slowakischen Nationalbank sowie geladenen Gästen, unter denen auch die zahlreich erschienenen Journalisten sowie Mitarbeiter von Rundfunk und Fernsehen nicht fehlten. Die Öffentlichkeit ahnt nicht einmal, was für ein "Husarenstück" hier geglückt ist. Vom Zeitpunkt des Entstehens der Grundidee, was eigentlich auf den Münzen abgebildet sein soll, sind nämlich keine drei Monate vergangen.

In der zweiten Hälfte des Jahres 2008 prägte Mincovna Kremnica auch die neuen slowakischen Euromünzen. Sie wurde schon in einem neuen modernen Prägesaal hergestellt, der beim Generalumbau der Produktionsflächen im ursprünglichen Gebäude im historischen Zentrum der Stadt Kremnica entstanden, wo die Münzprägeanstalt seinen Sitz seit der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts hat.

Die Kremnicer Münzanstalt ist gegenwärtig eines von ungefähr achtzig Unternehmen seiner Art in der ganzen Welt, sie ist Verkörperung einer Symbiose der Vergangenheit und der Gegenwart, der Stadt und des Unternehmens. Sie ist ein Produktionsbetrieb und zugleich eine Stätte der Kultur und der Kunst, ein Symbol der staatlichen Souveränität. Die Verpflichtung, an die Vergangenheit anzuknüpfen und das Niveau ständig weiterzuentwickeln, bringt wohl am überzeugendsten der Text auf der Medaille zum Ausdruck, die aus Anlass der Eröffnung der neuen Münzenprägestätte herausgegeben wurde: "DAS RUHMREICHE ERBE SEI EUCH DURCH MICH BEWAHRT UND LOBGEPRIESEN".
© 2011 Mincovòa Kremnica